Nicht TUN, sondern SEIN..

Wir alle sind permanent damit beschäftigt, irgend etwas zu tun. Wir erledigen, wir planen, wir reden, wir denken und nicht nur das. Denn während wir dies tun, sind wir parallel schon dabei, das als nächstes Anstehende im Kopf zu haben.

Alles dreht sich den gesamten Tag darum, etwas zu TUN.

Über diese umtriebigen Beschäftigungen vergessen wir vollkommen einfach nur zu SEIN. Was bedeutet dies genau? Für mich gibt es zweierlei wichtige Botschaften in meiner Überschrift.

Romantische ZweisamkeitA ) Den aktuellen Moment als Einzigen zu würdigen und entsprechend in ihm zu sein.

B ) Wenn wir eine Vorstellung von etwas haben, diese selbst zu verkörpern.

Doch wie gelingt uns das?

Wenn wir uns einmal die Zeit nehmen, genau hinzusehen, uns selbst dabei beobachten, wie präsent wir bei einer Begegnung zum Beispiel sind, werden viele erschrecken. Denn vor lauter Gedanken, hat der vor uns stehende Mensch oft gar keinen Raum.

Viele Menschen können einfach nicht zuhören. Sie warten nur darauf, ihre eigenen Meinungen kund zu tun, ihre vorgefertigten und feststehenden Theorien mitzuteilen, um sich dabei Bestätigung zu holen. Sie nutzen das soeben gehörte dazu, sich das entsprechende Thema zu Eigen zu machen.

Doch Nähe oder echte Begegnung kann auf diese Weise nicht stattfinden. Auf ein Gespräch derartiger Basis, mögen wohl manche Leute gerne verzichten. Hierbei handelt sich meines Erachtens um reine Zeitverschwendung. Doch leider ist dies die weit verbreiteteste Form der Kommunikation.

Mir ist bewusst, dass es sich bei all meinen Themen nicht um etwas handelt, was auf Knopfdruck verändert werden kann. Es bedarf einer kontinuierlichen Achtsamkeit auf allen Ebenen. Ich möchte hierzu auch keine Anleitungen geben, denn erstens gibt es davon schon genug und zweitens glaube ich, dass es so viele Möglichkeiten, wie Menschen dafür gibt.

Mein Anliegen besteht darin, gewisse Themen in den Vordergrund zu rücken, um einfach einmal einen Blick darauf zu werfen.

Sich selbst einmal zurück zu nehmen, achtsam und aufmerksam dem jeweiligen Augenblick lauschen, ganz egal ob es sich um eine Begegnung mit einem Menschen oder um einen Moment in freier Natur handelt.

Eine unvoreingenommene innere Haltung wird dir erst die Gelegenheit schenken, echte und neue Eindrücke aufzunehmen. Versuche urteilsfrei und neugierig in jeden neuen Tag zu starten, um reale und neue Erfahrungen zu sammeln. Lasse dich auf den Moment ein, sei ganz und gar präsent mit all deinen Sinnen. Lasse los und verweile nur in diesem Augenblick. Wenn du jeden Jetzt-Moment mit deiner ungeteilten Aufmerksamkeit und Achtsamkeit erfüllen kannst, wird jedes Erleben, jede Begegnung zu einem großen Geschenk deines Daseins. Das Wichtigste, was du tun kannst, ist dir selbst die Gelegenheit zu schenken, vollkommen zu erleben, was ist…ohne etwas steuern zu wollen.

Das pure SEIN, dem aktiven TUN vorzuziehen.

Ähnlich sehe ich Punkt B. Die Allermeisten Menschen haben Erwartungen. Diese stellen sie an ihr Umfeld, ihren Partner, ihre Kinder, ihre Freunde, ihren Chef und ebenso hohe Erwartungen an sich selbst. Sie warten stets auf etwas, was ihrer Meinung nach zu fehlen scheint, was wichtig für ihr Befinden ist. Für Ihr Auskommen, ihre Zufriedenheit, ihr Glück, ihr gesamtes Leben.

Doch wie kann so etwas tatsächlich Erfüllung bringen? Wie will ein Mensch etwas von außen erwarten, was er selbst nicht zu haben scheint?

Erst wenn wir in uns selbst das sind, was wir uns wünschen, kann sich dieses auch im Außen zeigen.

Egal was es auch sein mag. Es ist entscheidend, es in dir bereits zu SEIN, bevor es durch deine Mitmenschen sichtbar werden kann. Es geht nicht darum etwas Bestimmtes zu tun, damit es wiederum etwas anderes Erwünschtes nach sich zieht. Es geht darum zu erkennen, das es einen ganz bedeutenden Unterschied ausmacht, ob ich etwas nur tue….. oder etwas tatsächlich bin.

Jede Arbeit kann getan werden, doch wenn ich mich ganz und gar damit identifiziere, sie liebe, sie mich erfüllt, sie das ist, was mich ausmacht, dann bin ich in dem jeweiligen Augenblick diese Arbeit. Ich lasse mich vollkommen darauf ein. Bin im Hier und Jetzt!

Ebenso ist es mit der Liebe. Zu lieben, um etwas zurück zu erhalten ist der falsche Ansatz. Sei einfach Liebe, der Liebe willen.

Dies sind nur zwei Bespiele, doch wenn du dich einmal darauf einlässt, wirst du überrascht sein, wie leicht es sein kann….. ZU SEIN und nicht mehr nur ZU TUN.

Von Herzen ♥

Stefanie

 

Copyright © Text 2014, stefanie will

 

Bildnachweis:  Xinica, „Romantische Zweisamkeit“, CC-Lizenz (BY 2.0),

http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, Bilddatenbank www.piqs.de

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8 Kommentare zu “Nicht TUN, sondern SEIN..

  1. Ehrlichkeit zu mir Selbst ist mitunter eines der wichtigsten Eigenschaften… Wie soll ich sonst wachsen? 😉

    „Verstehe, dass es nicht darum geht, etwas Bestimmtes zu tun oder zu werden. Sondern jeden Moment neu zu wählen was du TUST, und wer du BIST! Und es voll und ganz zu TUN und zu SEIN! Hier liegt unmittelbare Lebenskraft und unzähmbare Freude.” (aus meinem letzten Beitrag. :-D)

    Ach ja – dieses Buch hat mich zum Umdenken bewogen: „Einbruch in die Freiheit“ bzw. „Vollkommene Freiheit“ von Krishnamurti….

  2. :-)…… Das ist sicher ein Punkt, der uns alle immer wieder betrifft.

    Es ist doch wunderbar, wenn Du es Dir so ehrlich eingestehen kannst.
    Genau deswegen sind wir hier, um zu erkennen und zu lernen……

  3. Ich danke Dir sehr…. Du hast sicher Recht, denn es
    gäbe noch einiges mehr zu diesem Thema zu erwähnen.

    Widerspruch ist gut :-). Denn das Eine ist immer auch im Anderen enthalten und resultiert daraus.

    Liebe Grüße
    Stefanie

  4. „Viele Menschen können einfach nicht zuhören. Sie warten nur darauf, ihre eigenen Meinungen kund zu tun, ihre vorgefertigten und feststehenden Theorien mitzuteilen, um sich dabei Bestätigung zu holen. Sie nutzen das soeben gehörte dazu, sich das entsprechende Thema zu Eigen zu machen.“

    Daran darf ich auch noch „arbeiten“ … :-/

  5. Wunderbare Gedanken!
    Ich widme mich gerade sehr intensiv diesem Thema.
    Sie ergänzen die Meinen – und stehen doch auch etwas im Widerspruch.
    Interessante Mischung…. 😀

    Dankeschön. 🙂

  6. Falls Du es nicht kennst: Ich lese seit einiger Zeit (ist kein Buch, welches man verschlingt) von Erich Fromm „Haben oder Sein“. Ich glaube, dass könnte Dich sehr ansprechen.
    Ein schönes WE

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