Persönliche Entfremdung durch Konsum…

Der Konsum bestimmt zum größten Teil das Leben der meisten Menschen. Ich möchte allerdings hierbei gar nicht von den Dingen sprechen, die wir erwerben oder verbrauchen, sondern vom Konsumieren im Sinne von Aufnehmen.

Day 9 Occupy Wall Street September 25 2011 Shankbone 33Ständig sind die Menschen damit beschäftigt irgendetwas zu konsumieren. Du konsumierst bereits, wenn du dein Radio, deinen Fernseher oder deinen PC einschaltest. Du füllst dich von außen mit Themen, Gedanken, Szenarien und mutest deinem Körper auch in diesem scheinbaren „Nichtstun“ Schwerstarbeit zu. Deine Sinne werden mit Informationen geflutet, die leider eher schwächend, als stärkend auf deinen Körper, deinen Geist und deine Seele wirken. Warum mutest du dir das zu? Warum verbringen so viele Menschen ihre kostbare Zeit mit insgesamt destruktiv wirkenden Zeiträubern und Energiefressern?

Manche werden nun zum Beispiel sagen, dass es ihnen zur Entspannung dient. Doch stimmt das tatsächlich? Entspannung tritt nicht zwangsläufig ein, nur weil wir still sitzen und gerade nicht körperlich aktiv sind. Für unser Gehirn bedeutet es höchsten Stress, sich z.B. einen aufwühlenden, actionreichen und lauten Film anzuschauen oder stundenlang vor dem PC zu sitzen. Wir werden überflutet mit Reizen, die unsere Körperfunktionen in Alarmbereitschaft versetzen.

Wen wundert es da noch, wenn immer mehr Menschen über Schlafstörungen, Kopfschmerzen und allgemeine Erschöpfung klagen. Ich möchte damit nicht sagen, dass diese Tatsache allein ausschlaggebend für unser Wohlbefinden ist.

Mir erscheint es allerdings wichtig, sich dessen bewusst zu werden, was wir uns in dieser passiven Haltung und Aufnahme von unterschiedlichen Informationen zumuten.

Vieles geschieht ohne jegliche Achtsamkeit und folgt eher einem Automatismus. Tiefer gehende Gedanken diesbezüglich erfolgen nur selten. Hinter der gewählten Passivität versteckt sich eine nicht sogleich für uns spürbare Überbeanspruchung, welche die Funktionen unseres Körpers beeinflusst.

Der Mensch wird zunehmend von Geräten und Maschinen dirigiert. Die allermeisten Menschen sind während ihres Arbeitstages nur mit Computer, Scanner, Telefon, Handy, Drucker und anderen Gerätschaften beschäftigt. Sie bedienen irgendwelche Apparate, ohne selbst noch großartig produktiv tätig zu werden.

Wo bleibt da die Kreativität, die Phantasie, das  Potenzial der eigenen Produktivität? Sichtbare und greifbare Erfolge erzielen nur noch sehr wenige Menschen in ihrer Tätigkeit. Wo früher wunderbare Modelle im Bereich der Architektur zum Beispiel entstanden, wird heute der größte Teil am PC entworfen. Die Menschen „degenerieren“ in ihren Tätigkeiten. Es wird kaum noch etwas „Greifbares“ erschaffen und es gibt nur noch sehr wenig zum „Anfassen“. Auch unsere Kinder werden bereits sehr früh mit dieser Materie vertraut gemacht.L'espace internet du musée de la Communication  (Berlin)

Wollen wir das? Wollen wir alle nur noch Scheinwelten hinterher jagen und selbst kaum mehr aktiv sein. Wollen wir die Phantasie und Kreativität zum Erliegen bringen? Wollen wir unsere Bewegungsfreude lahm legen? Wollen wir uns fremde Vorgaben zu Eigen machen? Wollen wir nur noch bestimmte Knöpfe drücken, um ein Resultat zu sehen? Wollen wir alle immer mehr zu roboterartigen Wesen werden, die ihre eigene Schöpferkraft aus dem Focus verlieren?

Es gibt Dinge, da sind viele der Überzeugung, sich dieser scheinbaren Bequemlichkeiten nicht mehr entziehen zu können. Im Arbeitsalltag wird größtenteils vorgegeben, welche Materialen zur Verfügung stehen und in unserer hochtechnisierten Welt möchten viele keinen Rückschritt in Kauf nehmen.

Es geht mir bei diesem Thema auch nicht darum, diese Dinge zu verdammen. Nur ist es so wie mit Vielem, entscheidend ist, wie bewusst uns die Auswirkungen sind und wie wir die noch übrige freie Zeit in unserem Leben nutzen wollen.

Gerade weil fast das gesamte Berufsleben vieler Menschen mit der eher „kalten Materie“ verbracht wird, ist es umso wichtiger, die eigenen, ganz persönlichen Fähigkeiten nicht aus den Augen zu verlieren und zu fördern. Es ist dringend ratsam einen Ausgleich zu schaffen, der uns mit „warmer Energie“ füllt und infolge auch für unsere körperliche, seelische sowie geistige Gesundheit vorhanden sein sollte.

Sich der Natur zu widmen, ausgiebige Spaziergange zu machen, sportlichen Aktivitäten im Freien nachzugehen, Beschäftigungen mit natürlichen Materialien, Basteln, Kreieren, Gestalten, Malen, Singen, Schreiben…. Es gibt so viele wunderbare und kreative Möglichkeiten, die Seele zum Schwingen zu bringen. Sich dadurch heiter, gelassen, friedvoll und lebendig zu fühlen. Deine Erschöpfung wird schwinden, da du etwas erschaffst, was deinem eigenen Inneren entspringt. Etwas, was sich gerne zeigen und gelebt werden möchte.

Wie strahlend warm ein Mensch in seiner Kreativität wirkt und wie leblos, starr und kühl dagegen im automatisierten Handeln.

Heutzutage ist es ja schon so weit, dass sehr viele Menschen gar nicht mehr wissen, was ihnen tatsächlich Freude bereitet. Sie sind von sich selbst entrückt (worden) und spüren gar nicht mehr, was Ihnen wirklich mit Hingabe und Leidenschaft leicht von der Hand geht.

Der Mensch wird kontinuierlich sich selbst entzogen und die Entfremdung geht unaufhörlich weiter. Materieller Konsum steht ganz oben, ebenso das Verbrauchen und allgemeine Konsumieren von Gütern und Informationen. Es gibt etliche Menschen, welche einen materiellen Verlust als vernichtend erleben.

Der stetige Verlust ihrer eigenen innewohnenden Sehnsucht nach Glück, Zufriedenheit, Wärme und Liebe wird ihnen kaum bewusst, häufig bleibt es sogar unbemerkt. Sie verlieren sich in ihren Scheinwelten und geben sich selbst auf, bevor sie sich überhaupt in ihrer Tiefe und gesamten Lebendigkeit erkennen konnten.

Von Herzen ♥

Stefanie

 

Copyright © Text 2014, stefanie will

Bildnachweise:

oben: David Shankbone, „Day 9 Occupy Wall Street September 25 2011 Shankbone 33“,

mittig: dalbera, „L’espace internet du musée de la Communication  (Berlin)“, CC-Lizenz (BY 2.0)

http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, Bilddatenbank www.piqs.de

 

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