Überwinde deine Ängste…

Wir alle kennen die ohnmächtigen Gefühle der Angst. Sie kommen unverhofft, überfallartig, erschlagend, bemächtigend und stellen für den Betroffenen eine absolute Ausnahmesituation dar, die noch dazu sehr häufig als isolativ empfunden wird.

Afraid of myselfDie Ängste eines anderen Menschen nachzuempfinden ist zwar möglich, aber dennoch oftmals schwierig. Jeder von uns hat hierfür ganz unterschiedliche Auslösemechanismen, die wiederum sehr umfangreich und tiefgreifend sein können, welche es dann für die Mitmenschen schwer machen kann, entsprechende Empfindungen nachzuvollziehen.

In gewissen Situationen handelt es sich um konditionierte Vorstellungen von Angst. Bereits das Verhalten der Eltern und Großeltern prägt diese Tendenz enorm. Hinzu kommen kollektive Ängste, die weit verbreitet sind und durch unsere Medien verstärkt werden können. Jeder Einzelne von uns hat dann noch ganz persönliche Bereiche, die ihm Angst bereiten. Manchmal haben wir sogar Angst vor etwas, ohne genau zu wissen warum.

Angst ist ein Gefühl der Ohnmacht. Ein Gefühl vollkommen ausgeliefert zu sein, ohne aktiv handeln zu können. Angst bis hin zur Panik, lähmen förmlich den Menschen. Für unseren Organismus eine hochgradige Ausnahmesituation, wo alle Körper- und Organfunktionen unmittelbar beeinträchtigt werden.

Meist handelt es sich um Empfindungen, welchen nicht das tatsächliche Erleben der gefürchteten Situation vorangegangen ist, sondern oft sind es Sorgen vor potenziellen Gefahren.

Ganz klar, es gibt akute und hochdramatisch, traumatische Erlebnisse, die ich hier aber  in meinen Zeilen bewusst ausklammern möchte, da diese einer gesonderten Sicht-, und Herangehensweise bedürfen.

Mir geht es darum, dir Mut zu machen, gewisse Ängste zu überwinden.

Wir können uns nicht vor allen befürchteten Ereignissen schützen, die uns sorgenvoll begleiten und glücklicherweise nur selten eintreffen. Solltest du dennoch mit einer Lebenssituation konfrontiert werden, die dir nach deinem Empfinden Höchstes abverlangt und dich in eine Situation der Abweichung versetzt, möchte ich dir vermitteln, dass es von tragender Bedeutung ist, wie du mit diesen auftretenden Gefühlen und körperlichen Anzeichen umgehst.

Es scheint Besitz von dir zu ergreifen und zeigt sich dir als Etwas, das alles im Griff zu haben scheint. Aufregung, Erschütterung, Ohnmacht, Unfähigkeit zu Handeln sowie zahlreiche körperliche Stresssymptome, welche zusätzlich schwächen und ängstigen können und eine Denk- und Handlungsunfähigkeit mit sich bringen. 

Angst ist ein schwieriges und höchst umfangreiches Thema, welches hier nicht in seinem gesamten Umfang aufgegriffen werden kann. Es mag Menschen geben, die vielleicht sagen, dass diese Ängste nicht beeinflusst werden können und es ganz normal sei, in dieser oder jener Situation Angst zu bekommen. Für ganz wichtig erachte ich die Form, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen und wie bewusst uns der Mechanismus der Angstreaktionen insgesamt ist.

Mit meinen mir aus persönlichen Erfahrungen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten möchte ich versuchen, dir die Angst als etwas vorzustellen, welche dir eine große Hilfe beim genauen Hinsehen der Ursachen in deiner Geschichte sein kann.

Aufkommende Ängste geben dir die Gelegenheit, zu erfassen, welche Themen in dir noch übermächtig wirken, noch nicht gelöst wurden und Auslöser für gewisse Verhaltensreaktionen darstellen. Die Angst an sich, ist nur ein Gefühl, welches aus deinen Gedanken heraus entsteht. Diese Gedanken basieren entweder aus etwas tatsächlich Erlebtem oder einer Konditionierung, durch z. B. überdurchschnittlich besorgte Eltern. 

Je nach Veranlagung des Einzelnen können Ängste außer Kontrolle geraten und dem Betroffenen das Leben und Erleben extrem erschweren. Es ist mir bewusst, dass Ängste je nach Ausprägung in medizinische oder therapeutische Behandlung gehören. Ebenso, dass Angst durchaus sinnvoll und nützlich sein kann, wenn wir uns tatsächlich in Gefahr befinden.

Wenn ängstliche Gefühle allerdings ohne erkennbaren, äußeren Grund aufkommen und keinerlei sichtbare Gefahr besteht, können diese Gefühle mehr als einschränkend wirken. 

Werde dir bewusst darüber, dass deine aufkommende Angst deinen Gedanken zugrunde liegt und es nicht unmöglich ist, diese zu verändern.

Schaue dir genau an, warum du in bestimmten Situationen Angst bekommst. Versuche dich zu erinnern, welches Ereignis dafür auslösend war. Für ganz wichtig erachte ich, dass du nicht versuchst, deine Ängste zu verdrängen. Lasse sie in dem Moment zu und versuche ihre Ausprägung und Intensität auszuhalten, in der Gewissheit, dass von diesem Gedanken und deinem aktuellen Gefühl keine wirkliche Gefahr für dich ausgeht. Versuche zu erkennen, dass diese als Bedrohung empfundene Situation nicht real ist. Fühle dich in dir geborgen, sicher und gut aufgehoben. Es ist zu Anfang schwierig, da Ängste stark verunsichernd wirken. Doch siehe deine Angst nicht als deinen Feind.

Versuche deine Ängste als Freunde und Wegweiser zu betrachten.

Sie möchten erlöst und gesehen werden. Sie weisen dich auf etwas hin, was dir bei der Annahme des zugrunde liegenden Konfliktes in dir Heilung und Erleichterung bringen wird. 

Wenn es dir gelingt, dich deinen ängstlichen Gefühlen zu stellen, wirst du mit der Zeit spüren, dass sie geringer werden. Dich deinen Ängsten zuzuwenden erfordert zunächst Mut und Kraft, dir selbst in der Tiefe begegnen zu wollen. Hinzuschauen, was dich dazu veranlasst hat, diese Ängste zu entwickeln. Ob es sich um tatsächlich erlebte Lebenssituationen handelte oder um konditionierte Gedanken, die angstauslösende Wirkungen verursacht haben.

Wichtig ist, in derartigen Situationen nicht zu flüchten, sondern diese Gefühle auszuhalten, wirklich in aller Intensität auszuhalten, bis sie schließlich langsam schwächer werden. Schaue deiner Angst direkt ins Gesicht und fühle, dass es in Wahrheit nichts gibt, was dir JETZT bedrohlich sein könnte. Es sind nur deine Gedanken!

Fühle dich dazu imstande, dir selbst Hilfe leisten zu können, indem du dir deiner Gedanken bewusst wirst. Du bist nicht ausgeliefert und kannst es schaffen, deine Ängste durch Klarheit und Bewusstwerdung zu transformieren. Sie dienen dir und deiner Entwicklung auf deinem Weg zu dir selbst.

Von Herzen ♥

 

Stefanie

 

Copyright ©Text 2014, stefanie will

Bildnachweis: Fotograf Thomas Hack, „Afraid of myself“, CC-Lizenz (BY 2.0),

http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, Bilddatenbank http://www.piqs.de

 

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6 Kommentare zu “Überwinde deine Ängste…

  1. Liebe Marion,

    das hast du wunderbar ergänzt und dafür danke ich dir von Herzen…

    Und JA wir machen weiter auf diesem Weg voller Wunder.

    Liebe Grüße
    Stefanie

  2. Liebe Stefanie,

    was du sagst, ist alles auch für mich stimmig.

    Zu deinem „Wichtig dabei ist zu erkennen, dass in diesem aktuellen Moment keine akute Bedrohung besteht.“ – füge ich immer gerne hinzu: „Auch wenn es sich so anfühlt!“ Denn das ist für mich in den Momenten wichtig, dass ich zwar vom Kopf her weiß, dass ich nicht akut bedroht bin, trotzdem das Gefühl genau so annehme, das mir suggeriert, dass ich akut bedroht. Es gibt einen Teil der Aufmerksamkeit, das versucht der Ursache nachzuspüren: „Warum fühlst du dich so akut bedroht jetzt? Wovon genau?

    Die Ursache(n) ist (sind) für mich umso komplexer, als ich davon ausgehe, dass es Erfahrungen aus anderen Leben sind, die da noch mitspielen und auf die ich nicht immer einfach so Zugriff habe. Aber wie du richtig sagst, kommt es darauf nicht unbedingt an, sondern aufs Zulassen. Mir hilft immer das Bild, dass ich solche und ähnliche Zustände wie „durchlaufen“ lasse.

    In diesem Sinne… Machen wir weiter auf dem individuellen Weg, der Sinn macht.

    Liebe Grüße
    Marion

  3. Liebe Marion,

    ich danke dir sehr für deine Offenheit und dein Vertrauen, uns hier an dieser Stelle an deinen Gefühlen und Erfahrungen teilhaben zu lassen.

    Es kann tatsächlich, wie du schreibst, sehr furchteinflößend und bedrohlich sein.
    Wichtig dabei ist zu erkennen, dass in diesem aktuellen Moment keine akute Bedrohung besteht.

    Dir selbst beizustehen und dich liebevoll nach innen zu wenden. Dabei geht es nicht ums Handeln, sondern dich deinen Gefühlen und Begleiterscheinungen hinzugeben, sie anzunehmen, zu beachten, zu spüren und irgendwann zu erkennen, woher sie rühren.

    Das Vertrauen ist dabei sehr wichtig und das hast du, wie du schreibst.

    Schön, dass ich dich darin bestärken konnte. Lasse diese Zustände einfach zu und erzwinge nichts, die Erkenntnis wird sich dir ganz von selbst offenbaren.

    Für derartige Momente wünsche ich dir ganz viel Kraft, Mut und hingebungsvolles Vertrauen in dich selbst.

    Alles Liebe und herzliche Grüße
    Stefanie

  4. Liebe Stefanie,

    über das Thema Angst hab ich selten so treffende tiefgreifende Worte gelesen wie deine hier.

    Gerade heute hat mich eine alte Angst eingeholt, die ich überwunden glaubte. Ich reagierte wie du es beschreibst, obwohl es schwierig ist klar zu denken, weil die Angst einschränkend und lähmend wirkt. Richtig schreibst du, dass die Ausnahmesituation isolativ empfunden wird.

    Nun, die Angst kam wie eine Welle, schwappte über mich, schien mich niederzuwerfen und sie ebbte auch wieder ab; das immerhin weiß ich inzwischen, auch wenn es sich mittendrin sehr furchteinflößend und bedrohlich anfühlt.

    Die Ursache kann ich noch nicht eindeutig identifizieren, weil das Geschehen und die Gefühle bei dieser Art Angst relativ komplex ist/sind. Ja, bestimmte Gedanken sind Begleiterscheinung, ich bin aber nicht sicher, ob sie wirklich ursächlich sind. Aber wenn es nötig werden sollte, wird sie sich wieder zeigen, bis ich verstehe und handeln kann. Wenn ich die Komplexizität nicht greifen und überblicken kann, macht es zusätzlich Angst, aber dein Beitrag hilft mir vertrauen, dass es einen Grund gibt, warum mir dies widerfährt und es mir letztlich dazu dienen wird, etwas bestimmtes zu verstehen.

    Liebe Grüße
    Marion

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