Die Nicht-Bewertung als große Herausforderung…

Um wie  viel leichter wäre der liebevolle und achtsame Umgang miteinander, wenn es den Menschen gelänge, ihre fast automatisierte Reaktion in Form von Bewertungen auf ihre Mitmenschen, Situationen oder Reaktionen einfach SEIN zu lassen.

eingeschränkte SichtEs einfach so SEIN zu lassen, wie es sich zeigt, ohne die eigenen Emotionen, Erinnerungen und Gedanken mit einzubringen.

Sich selbst zurück zu nehmen und jede erlebte Situation als das anzunehmen, was sie ist.

Kein Erleben kann dem Erleben an einem anderen Tag, zu einer anderen Zeit, mit neuen Menschen und den eigenen, ganz persönlichen Befindlichkeiten gleichen. Dies allerdings nur dann, wenn es dir gelingt, wirklich wahrhaftig und unbeeinflusst an jedem neuen Jetzt-Moment teilzunehmen oder besser gesagt, in ihm zu SEIN. Dich nicht getrennt von deiner nach außen gerichteten Wahrnehmung zu betrachten, sondern als Teil des Gesamten, als vollkommene Einheit, welche zusammengehört.

Du bist Teil dessen, was sich dir zeigt und jeder einzelne, noch so kleine und bedeutungslos erscheinende Moment, hat nur mit DIR zu tun.

Du bist es, der darüber wertet, es als gut oder schlecht einordnet, als falsch oder richtig und du bist es, der diese Gedanken in sich trägt und vielleicht sogar durch eine verbal ausgesprochene Bewertung andere Menschen mit einbeziehst und du dir auf diese Weise erhoffst, Bestätigung deiner eigenen Betrachtungsweise zu bekommen. Wenn du dazu neigst, vorschnell zu werten oder zu bewerten, wirst du dir selbst eine vollkommene Betrachtung der Gegebenheiten vorenthalten und deinen Mitmenschen oftmals unrecht tun. Die Bewertung durch deine eigenen Erfahrungen, Erinnerungen, Gedanken und Emotionen wird durch dieses Zusammenspiel verzerrt und entspringt zum größten Teil einer persönlich bedingten eingeschränkten Sicht.

Eine Bewertung an anderen Personen vorzunehmen, zeigt sehr deutlich, dass du etwas von dir weist. Du dich selbst als getrennt von den anderen erlebst und noch glaubst, dich mit einer abgegebenen Bewertung von anderen menschlichen Reaktionen, Handlungen oder Emotionen fernhalten zu wollen oder du dich aufgrund deiner eigenen Bewertung davon klar distanzieren möchtest. Die Distanzierung von Etwas ist absolut legitim, doch bedarf es deswegen einer Bewertung?

Teilnehmer an Etwas zu sein, kann dich bereits je nach persönlicher Entwicklung ganz automatisch in eine beobachtende und gedanklich bewertende Position bringen.

Es bedarf beständiger Übung und reinem Gewahrsein, bis es dir gelingt, deinen Mitmenschen wertfrei gegenüber zu treten.

Der Mensch neigt dazu, alles, was er mit seinen Sinnen aufnimmt, fast zeitgleich in Vergleich oder Bezug zu sich selbst zu bringen. Wertfreies Beobachten wird dadurch meist verhindert.

Wenn du versuchst und den zunächst gedanklichen Entschluss fasst, wertfrei durch deinen Tag und Alltag zu gehen, wirst du sehr schnell bemerken, wie sehr dein Erleben nur durch dich und deine eigene innere Haltung sich völlig entspannt und du gelassener und automatisch sanfter im Umgang mit anderen und dir selbst wirst.

Nach und nach wirst du immer mehr spüren und verstehen, dass das von dir Gesehene, Erlebte und Wahrgenommene nur in DIR geklärt werden kann. Es gilt nicht im Außen die Bewertung vorzunehmen, sondern sich selbst zu fragen, warum diese meist ablehnende Haltung oder diese negativ behafteten und abwertenden Gedanken auftreten?

Eine Veränderung beginnt immer nur in jedem SELBST.

Wenn du dein eigenes Thema in Bezug auf eine für dich als peinliche, bedrohliche, unangemessene oder wie auch immer von dir bewertete Situation geklärt hast, ist diese Situation für dich wertneutral und du spürst keinerlei Impuls mehr in dir, darauf reagieren zu müssen.

Alles, was eine Reaktion von dir fordert, bedarf der eigenen Innenschau und tiefen Klärung der sich durch dieses Erleben in den Vordergrund drängenden Thematik. Unter diesem Blickwinkel, wird sich der Blick auf deine Mitmenschen entspannen, denn alles, was DU wahrnimmst hat nur mit DIR zu tun. Durch deine Bewertung im Außen veränderst du rein gar nichts. Ganz im Gegenteil, du verstärkst den Widerstand in deinem Inneren und entfernst dich von deinen eigenen, zur Klärung drängenden Themen.

Sich den eigenen Themen zu stellen kann sehr hart und schmerzhaft sein.

Es kostet Mut sich diesen Schattenseiten zu stellen und sie als das zu erkennen, was sie sind. Letztendlich hilft dir das Leben in jedem noch so kleinen und einzelnen Moment. Immer wieder dient dir dein Erleben, auf dem Weg zu dir selbst.

Wenn du voller Freude, Neutralität, reinem Gewahrsein und Achtsamkeit den Geschehnissen im Außen als einen Wegweiser in DEIN Inneres betrachten kannst, wirst du dich immer besser kennen lernen und herausfinden können, wer DU wirklich in deinem Kern bist. Du wirst erkennen, wo die Ursache für dein Verhalten begründet liegt und du wirst lernen, dem Leben, deinem Erleben und allen Lebewesen mit Liebe zu begegnen.

Denn Alles und Jeder hilft dir auf deinem ganz persönlichen Weg zur Selbsterkenntnis.

 

Von Herzen ♥

 

Stefanie

 

© Copyright, Text 2014 Stefanie Will

Bildnachweis: Till Hardenbicker, „eingeschränkte Sicht“, CC-Lizenz (BY 2.0),

http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, Bilddatenbank http://www.piqs.de

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4 Kommentare zu “Die Nicht-Bewertung als große Herausforderung…

  1. Ja genau, so ist es und es ist schön, wenn du das für dich erkannt hast, das freut mich!

    Der Alltag entspannt sich und es wird insofern friedvoller in und um einen herum, da man keinen oder nur noch ganz selten den Impuls verspürt unsere Mitmenschen verändern zu wollen.

    Die Veränderung sind WIR!!

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Stefanie

  2. Du hast Recht. Für mich hat es am besten so funktioniert, dass ich anfing, das – was ich wie gewohnt bewerten wollte – als Spiegel zu betrachten und mich zu fragen: Was sagt mir das über mich? Wo kratzt mich etwas und warum? Es sind die eigenen ungelösten Dinge im Innern, die uns so reagieren lassen. Wenn es IN MIR gelöst war, musste ich nicht mehr bewerten, konnte ich es einfach so sein und stehen lassen.

    Liebe Grüße ❤
    Marion

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