Eine häufig gestellte Leserfrage…

Eine häufig an mich gerichtete Leserfrage lautet: „Wie schaffe ich es, anderen Menschen ihr Verhalten oder das Gesagte zu verzeihen“.

Diese oder ähnliche Fragen wurden in den letzten Wochen mehrfach durch Leserbriefe, persönlich, telefonische Kontaktaufnahme oder Mailanfrage an mich gerichtet.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich zuerst für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken, wenn ihr mir von ganz persönlichen Erfahrungen, Emotionen und Erlebnissen berichtet und mir die Gelegenheit gebt, einen Blick auf eure Situation zu richten, worüber ich mich freue und sehr dankbar bin.

Plan BAuch freue ich mich über die Tatsache, dem Einen oder Anderen durch ein Gespräch eine Veränderung in der Betrachtungsweise der jeweiligen Problematik ermöglicht zu haben.

Vergesst nicht: Jedes Problem könnt ihr nur in EUCH lösen!!

Ich weiß, dass diese Worte oft nicht recht verstanden werden oder manche diesen Satz auch gar nicht hören wollen. Denn das „Problem“ sind bei vielen Menschen  „DIE ANDEREN“.

Die „ANDEREN“ werden getadelt, verurteilt, ihr Handeln war übertrieben, unmenschlich, aggressiv, laut, hysterisch, kindlich, unreif, ungerecht, egoistisch, mies und diese Bezeichnungen für ein eures Erachtens „falsches“ Verhalten ließe sich noch lange fortsetzen.

Etwas von sich selbst weg zu schieben und einen anderen Menschen schuldig zu sprechen ist leicht und weit verbreitet. Denn sich selbst einmal wirklich zu betrachten, das eigene Tun in Frage zu stellen, kostet Kraft und Mut. Genau an diesem Punkt richten ganz viele ihre Aufmerksamkeit lieber auf die Handlungsweise des Konfliktpartners und sehen sich selbst gar nicht mehr als aktiven Teilnehmer der Situation, sondern befinden sich nur noch in der Position der Bewertung des anderen Menschen und viele suchen sich dann auch noch die Bestätigung von außen, indem sie nicht aktiv teilhabende Personen mit ins Geschehene einbeziehen.

Dadurch erhoffen sich viele, ihr eigenes Verhalten zu legitimieren und sich auf diese Weise das Recht einzuholen, ihrem gefühlten Zorn, ihrer Wut, ihrem Unverständnis Platz zu schaffen.

Hier nun ein Pauschalrezept abzugeben, wie ihr  anderen Menschen verzeihen könnt, ist schwierig. Denn jeder von uns verfügt über seine ganz persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten zu reflektieren und jeder geht ganz anders mit einer Situation um. In Konfliktsituationen ist es daher enorm wichtig, genau da wirklich hinzuschauen und zu erspüren, an welchem Punkt sich dieser nach Rat sehnende Mensch befindet und welche innere Haltung ihn anleitet.

An dieser Stelle möchte ich euch sagen, dass es einer ganz individuellen und objektiven Betrachtung bedarf, um Wege oder Möglichkeiten zu erarbeiten und aufzuzeigen.

Natürlich gibt es hierzu zahlreiche Literatur oder Vergebungsrituale, allerdings sträube ich mich dagegen, ein „Allheilmittel“ für „Jeden“ zu benennen.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen und glaube, dass es ein bedeutender und wichtiger Anfang in jeder Form von Konflikt ist, sich selbst zurück zu nehmen, einen Schritt zurück zu treten, vielleicht mehrere Tage vergehen zu lassen und die Situation zunächst einfach nur zu betrachten. Sie so zu betrachten, wie sie ist und nicht so, wie wir sie gerne gehabt hätten. Sondern ganz genau so, wie sie sich gezeigt hat.

Versucht so neutral wie möglich, alles anzuschauen. Das Verhalten der anderen Person, als auch das Eigene. Wenn es euch gelingt, eure Emotionen und Erwartungen zu beruhigen und einen liebevollen Blick auf den anderen Menschen zu werfen, könnt ihr häufig allein durch die Tatsache, nun als Beobachter zu fungieren, bereits Aspekte oder Gründe erkennen, warum sich diese Situation so und nicht anders zugetragen hat. Ihr wart beteiligt, in welcher Weise auch immer und da gilt es hinzuschauen und zu ergründen, was euch in diese Umstände gebracht hat.

Zeit vergehen zu lassen, ohne erneute Reaktionen herauf zu beschwören oder etwas erzwingen zu wollen, gibt euch aufgrund des Abstandes bereits die Möglichkeit, euch selbst und auch dem anderen Menschen zu verzeihen.

Oft ist es sogar wichtiger, sich selbst zu verzeihen, als der anderen Person. Wenn ihr euch z.B. verzeiht, zu lange in einem destruktiven Miteinander verharrt zu haben, in der ständigen Hoffnung, es würde sich irgendwann etwas verändern, so habt ihr euch sehr viel zugemutet und die daraus resultierende Ohnmacht und der entstandene Schmerz können losgelassen werden, in dem euch bewusst und klar wird, dass ihr es gewesen seid, die nicht die Kraft hatten, sich dieser Lage zu entziehen. Verzeiht euch und lernt daraus für künftige Erfahrungen. Ihr entscheidet, mit wem und in welcher Form ihr eurer Erleben gestaltet.

Wie ein Zusammentreffen oder ein Konflikt sich zuträgt, bestimmt nicht nur der Andere, sondern ihr habt in jedem Moment die freie Wahl, darauf einzugehen oder euch nach kurzer Ansage aus dieser Situation zu entfernen.

Lasst euch nicht dazu hinreißen, in eine schwierige und verbal verletzende Streitsituation zu geraten, die meistens im nach hinein von einem der Beteiligten bereut wird.

Ich persönlich sage mir immer wieder in mir unverständlich erscheinenden Reaktionen meiner Mitmenschen:

Jeder handelt nur so, wie er/sie kann.

Im selben Moment hat das Erlebte für mich eine vollkommen andere Gewichtung und fast zeitgleich kann ich das Gesagte verzeihen. Wichtig ist, dass ihr nicht alles persönlich nehmt und ausschließlich auf euch bezieht.

Der Andere kann nur so viel Macht über euch erlangen, wie ihr ihm gebt!!!

Gerne könnt ihr mich bei persönlichen Fragen kontaktieren.

 

Von Herzen ♥

 

Stefanie

 

© Copyright, Text 2014 stefanie will

Bildnachweis:  af-arts, „Plan B“, CC-Lizenz (BY 2.0),

http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, Bilddatenbank http://www.piqs.de

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