Leserfrage über „Schicksalsschläge“…

cactus abstractIn Mails von meinen Lesern wurde mir mehrfach die Frage gestellt, wie es möglich ist und wie es funktioniert, auch nach „schweren Schicksalsschlägen“ freudvoll, friedlich  und dankbar daraus hervor zu gehen?

Das ist eine sehr gute Frage und ich möchte sie nun hier aufgreifen, da es „Vielen“ unverständlich erscheint und ich persönlich auch an einigen Reaktionen in meinem Umfeld spüren kann, dass einige Menschen dies als außergewöhnlich empfinden.

Zunächst einmal ist es natürlich nicht so, dass ich unmittelbar nach den für mich schwerwiegenden und erschütternden Ereignissen sofort glücklich und dankbar war. Nein, absolut nicht!! Es war ein langer und harter Weg, es gab Zeiten, da habe ich es kurz und knapp so beschrieben: „Einmal Hölle und zurück“.

Ich möchte nun an dieser Stelle gar nicht so sehr auf Details eingehen, da ihr bereits durch verschiedene Beiträge meinerseits „meine Geschichte“ kennt. Wer sie noch nicht kennt, kann sie gerne unter https://lichterwunder.com/uber-mich/  und https://lichterwunder.com/category/hingabe/ nachlesen, wo ich auch darüber berichtet hatte, wie ich damit umgegangen bin.

Es gibt auch kein Geheimrezept, was für Jeden anwendbar ist. Ich glaube aber, dass die innere Einstellung ganz entscheidend daran mitwirkt, wie versehrt oder unversehrt wir aus einem erschreckenden Erlebnis heraus gehen. Ganz wichtig erachte ich auch die Tatsache, dass wir das Schmerzhafte auch als schmerzhaft akzeptieren, es fühlen, erleben, annehmen und auf gar keinen Fall verdrängen.

Ebenso die Wut und Enttäuschung zu lassen, der Traurigkeit über den Verlust des Partners Beachtung schenken, Tränen weinen, wenn sie geweint werden wollen und auch hier allen Gefühlen freien Lauf lassen.

Was ich damit zu verstehen geben möchte: Es ist ein ganz wesentlicher Faktor im Umgang mit schwierigen, konfliktbeladenen, schmerzhaften bis sogar als fast vernichtend empfundenen Situationen, dass wir versuchen, alle aufkommenden Gefühlszustände ernst zu nehmen, sie nicht zu bagatellisieren, sie nicht schlecht zu reden, sie aber auch nicht abzuwehren. Sich allen nur möglichen Stimmungen hinzugeben, sie ernsthaft zu betrachten und sich selbst in dieser Phase liebevoll zu begleiten.

Ich verstehe, wenn Menschen mich heute nach anderthalb Jahren strahlend und glücklich sehen, wissend um das, was mir widerfahren ist und sie sich darüber wundern. Doch anderthalb Jahre sind anderthalb Jahre, ob wir sie nun als kurze Zeitspanne oder lange Zeit bezeichnen, spielt überhaupt keine Rolle. Ich habe jeden Tag so angenommen, wie er sich zeigte, mit Allem, was er beinhaltete. Ich war allzeit damit beschäftigt und bin es noch, zu verstehen, dass egal was es ist, das Gleichgewicht eine  bedeutende Rolle spielt. Heilung kann nur stattfinden, wenn sich innere Harmonie und eine Ausgewogenheit der Gefühle eingestellt hat.

Das heißt auch, dass wütende, traurige, verbitterte, enttäuschte Gedanken und Gefühle zunächst ihren Raum erhalten und ich nur jedem Menschen nahe legen möchte, diese Emotionen und Gedanken auch in aller Schmerzhaftigkeit zu zu lassen.

Nur durch das Erkennen und Durchleben dieser eher unschönen Empfindungen können wir uns selbst wieder in ein Gleichgewicht bringen. Wohl wissend allerdings darüber, dass dort, wo sich Negatives zeigt, gleichermaßen auch Positives vorhanden ist. Das Eine kann ohne das Andere nicht existieren. Wenn wir Beides in Einklang miteinander bringen, kommt es ganz automatisch in eine Neutralität, wo Trauer und Glück gleichermaßen  angenommen werden können. Wir verstehen dann, dass die traurigen Erfahrungen und Erlebnisse genauso zum Leben gehören, wie alles Schöne, was wir bis dahin bevorzugt erleben wollten.

Doch ob Leben oder Tod, Beziehung oder Singledasein, Gesundheit oder Krankheit, Gemeinschaft oder Einsamkeit, Reichtum oder Armut, um nur einige zu nennen……. Das alles gehört zu unserem Leben und wir können es nicht ausblenden oder dauerhaft verdrängen. Es gehört dazu! Ich habe genau diese Punkte genannt, da ich diesen Beispielen so nah kam, wie ich es mir niemals hätte auch nur annähernd vorstellen können.

Ich durfte all diese Begriffe in ihrer ganzen Intensität und im gesamten Ausmaß erfahren und dadurch die tiefe Erkenntnis erlangen, dass wir es sind, die für unsere Emotionen verantwortlich sind. Wir bewerten das „Eine“ als gut und das „Andere“ als schlecht. Genau diese Tatsache erschwert uns die Annahme dessen, was ist.

Wir und unsere Vorstellung von Etwas, hält uns vom wirklichen Erleben und Fühlen weitgehend ab. Erst wenn wir alles so existieren lassen, wie es ist, können wir Frieden schließen.

Frieden mit uns, mit unserer Gesundheit und mit Menschen, die uns weh getan haben. Wenn wir den „guten“ und „weniger guten“ Erfahrungen Raum geben, sie SEIN lassen, was sie sind und ihnen friedvoll und ohne jegliche Bewertung gegenüber treten, dann werden sie sich als getarnte Freunde zeigen.

Das Leben ist ein Wunder, unser Körper ist ein Wunder und wir ALLE sind zu „Wundern“ fähig. Wir ALLE können Großartiges leisten, wenn wir unser Leben lieben und ANNEHMEN was sich zeigt.

Manchmal bedarf es harter Prüfungen, um wieder in dieses so wichtige  Gleichgewicht zu gelangen. Wenn du auf diese Weise dich selbst heilst, heilst du auch andere Menschen und zeigst mit deiner Herangehensweise deine gesamte Herzensliebe, welche Disharmonien ausgleichen kann.

Das Geheimnis für tiefes Glück ist für mich Liebe, Frieden, Zufriedenheit und die Erkenntnis, dass das gesamte Leben ein wundervolles Geschenk ist.

Von Herzen ♥

 

Stefanie

 

© Copyright Text Stefanie Will, 2014

Bildnachweis: psyberartist, „cactus abstract“, CC-Lizenz (BY 2.0),
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, Bilddatenbank http://www.piqs.de

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