Ein Beispiel, wie das Leben uns zur Selbsterkenntnis führt..

Wenn Du meinen Blog regelmäßig liest, kennst Du wahrscheinlich meine Geschichte der jüngsten Vergangenheit und wenn nicht, so kannst Du dies gerne unter dem Menüpunkt „Über mich“ nachholen. Wie sich mein Leben dadurch bedingt um 180 Grad gedreht hat, gleicht einem Wunder und ist für mich rückblickend ein regelrechtes Geschenk.

Doch warum gehe ich nun hier erneut darauf ein?

Das Schreiben stellte für mich schon als Kind und Heranwachsende eine Leidenschaft dar. Es war für mich DIE MÖGLICHKEIT mich tief aus meinem Innersten heraus mitzuteilen und dies gelang mir im geschriebenen Wort schon immer besser, als im Gesprochenen. Zudem ist es das, was mir am meisten Freude bereitet. So kam es, dass ich vor Jahren bereits ein Buch schrieb mit dem Titel:

„Die perfekte Frau“, Ihr Weg in eine glückliche Beziehung von Stefanie Will

 (bei Interesse per Klick über Amazon zu beziehen)

Tja, wie kam ich auf diesen Titel? Zum damaligen Zeitpunkt war es für mich absolut lebensbestimmend,  immer perfekt sein zu (müssen) wollen. Ich habe das „Müssen“ in Klammern gesetzt, da es zu meiner ausgeprägtesten Konditionierung meiner Kindheit gehörte.

So lebte ich diese Perfektion in allen Lebensbereichen und hatte entsprechend hohe Erwartungen und Anforderungen an mich selbst, an meine Beziehungen, sowie ganz allgemein an mein Umfeld. Ich übersah dabei so VIELES und das tut mir heute in der Seele weh. Zu diesem Zeitpunkt war es mir definitiv nicht anders möglich. Das Bewusstsein hierfür und die entsprechende Erkenntnis lieferte mir erst meine Krankheit.

Das unbändige Bemühen meinerseits, meinen Mitmenschen immer und zu jeder Zeit zur vollsten Zufriedenheit zur Verfügung zu stehen, hat mich letztendlich fast mein Leben gekostet. Über Jahrzehnte vollbrachte ich Höchstleistungen in allen Lebensbereichen und das Tragische daran war, dass ich tatsächlich glaubte, es gehöre so und wäre vollkommen normal. Ich verurteilte sogar  andere Frauen, wenn sie es nicht schafften, ein Kind zu haben, arbeiten zu gehen, einen perfekten Haushalt zu führen, zu kochen, sowie Mutter, Ehefrau und Geliebte gleichzeitig zu sein. Darüber hinaus unterlag ich dem Irrglauben, wir Frauen müssten zudem auch noch jederzeit hinreißend und beeindruckend in unserem Erscheinungsbild sein. Wahnsinn!!!

Was alles schief gelaufen ist, um dermaßen hart mit sich selbst und seinem Umfeld umzugehen,  es über Jahrzehnte noch nicht einmal anzuzweifeln oder zu bemerken, ist eventuell erahnbar. Es gab keine Schwächen, vielmehr ließ ich diese nicht zu, ließ sie mir nicht anmerken und ging permanent über meine eigenen Grenzen und somit taten es mir meine Mitmenschen gleich. Wie sollte es auch anders sein, sie überschritten meine Grenzen permanent. Ich war nicht dazu imstande ein klares „Nein“ oder „Stop“ auszusprechen. Sogar der Möglichkeit dessen, war ich mir nicht bewusst.

Mit den Jahren wurde ich zunehmend unglücklicher und unzufriedener, hatte häufig den Gedanken, mich selbst verloren zu haben und zu allem wurde ich das Gefühl nicht los, immer noch nicht gut genug zu sein. Eine insgesamt traurige Geschichte, welche vielleicht einigen unter Euch bekannt vor kommt.

Das Gefühl, nichts wert zu sein.

So kam es, wie es kommen musste. Immer häufiger bekam ich unterschiedliche Zeichen, um endlich die Notbremse zu ziehen. Meine Seele schrie förmlich nach Erlösung. Doch was machte ich? Immer und immer weiter und vor lauter Erschöpfung spürte ich mich selbst kaum noch. Bis zu dem Tag, als mich mein Schlaganfall heimsuchte und vollkommen zur Ruhe zwang. Manchmal braucht es sehr gravierende Mittel, um zur Vernunft zu kommen. Oder besser gesagt, endlich zu sich selbst zu finden.

Zu spüren, dass der eigene Wert nicht davon abhängig ist, wie sehr man andere Menschen zufrieden stellt und diese es zu würdigen wissen. Ich durfte auf diese harte Weise nicht nur mir selbst endlich begegnen, sondern ich bekam zudem hautnah zu spüren, dass von den Menschen, für die ich jahrelang da war, nichts mehr zu sehen war.

Im Grunde habe ich sehr oft gedacht, was für eine Ironie des Schicksals.

Ich, die Frau, welche immer die Perfektion verkörperte, lag nun da, konnte nicht mehr gehen, mich kaum noch bewegen und meine bis dahin schwindelerregende Schnelligkeit in Worten und Taten wich einer Langsamkeit, die mir gänzlich neu war. Ich bekam zudem auf sehr schmerzhafte und fast vernichtende Weise von meinem Freund zu spüren, was ich ihm tatsächlich bedeutet hatte. Denn ich war scheinbar für ihn nur so lange von Wert, wie ich genauso funktionierte, wie er es brauchte.

Doch auch hier an diesem Punkt, konnte es nur so kommen. Wenn wir uns erlauben, ganz ehrlich mit unseren eigenen Gefühlen und den Signalen zu sein, die uns das Leben immer wieder bereitstellt, müssen wir erkennen, dass es von uns selbst erschaffen wurde. Wir erschaffen jede unserer Erfahrungen und benötigen diese in genau dieser Form, um daran wachsen zu können. Wir dürfen uns selbst erfahren und erkennen.

Warum wollen wir alle perfekt sein? Warum streben wir immer weiter nach oben? Warum wollen wir die Anerkennung der Anderen?

Auf all dieses gibt es nur eine einzige Antwort: Wir wollen geliebt werden. Jeder von uns möchte einfach nur geliebt werden.

Doch auf diese Weise können wir die Liebe nicht erhalten. Ich persönlich erkannte erst in meinen dunkelsten Stunden, dass ich niemals getrennt war von dieser Liebe. Ich suchte sie an falscher Stelle und durfte erfahren, dass ich nichts tun muss, um perfekt zu sein. Wir alle sind vollkommen so, wie wir sind. Und die so unbändig ersehnte Liebe ist in jedem von uns, tief in unserem Inneren. Erst wenn wir diese Liebe erfahren, fallen alle Anstrengungen von uns ab.

Ich durfte auf diese Weise so viel Positives lernen, mich selbst in aller Tiefe erkennen und ebenso die Menschen um mich herum, was zu einem großen Wandel, sowohl in meinem Inneren, als auch in meiner äußeren Welt führte, woran ich Euch zu einem großen Teil hier in meinen Beiträgen teilhaben lasse.

Heute weiß ich ganz sicher: Jeder ist Schöpfer seines eigenen Lebens und seiner persönlichen Erfahrungen.  NICHTS geschieht aus heiterem Himmel.

Mit diesem Beitrag möchte ich gleich mehrere Botschaften übermitteln:

a) Selbst schmerzhafteste und unverständliche Situationen und Lebensumstände dienen letztendlich unserem Wachstum, wenn wir sie erkennen und annehmen.

b) Achte rechtzeitig auf Dich, damit es Dich nach Möglichkeit nicht in voller Härte trifft. Lass es erst gar nicht soweit kommen, wie ich es  getan habe.

c) Wandlung ist möglich! Zu jeder Zeit kannst Du einen anderen Weg wählen! Auch andere Menschen dürfen sich verändern oder irren!

d) Siehe Dich niemals als Opfer, sondern sei Dir Deiner Eigenverantwortung bewusst und das in jedem einzelnen Augenblick!

Wenn ich heute an mein o.g. Buch denke, muss ich richtig schmunzeln. Wie konnte ich dieses Thema derart ernst nehmen? Wie verbissen und wenig tolerant war ich in meiner Sichtweise auf die Dinge? Wie konnte ich überhaupt glauben, dass eine Frau einem derart überhöhten Anspruch entsprechen müsse? Wie konnte ich annehmen, dass eine derart starre Sichtweise von Erfolg gekrönt sein könnte?

Doch genau das, die Irrungen und Wirrungen sind das LEBEN! Es ist vollkommen in Ordnung seine Meinung zu ändern, einen anderen Weg einzuschlagen, etwas Neues auszuprobieren. Denn wie wollen wir uns sonst erkennen? Genau dafür sind wir alle hier!

Ich teile dies mit Euch, weil ich finde, es ist ein Beispiel dafür, wie facettenreich ein Leben sein kann und alles ist in jedem Augenblick so, wie es ist. Wichtig ist, sich selbst und anderen Menschen zu vergeben und sich im Klaren darüber zu sein, dass jeder, der unseren Weg ein Stück begleitet, letztendlich unseren eigenen Lernaufgaben dient. Wir sind genau dort, wo wir sein sollen.

Seid versöhnlich mit Euch selbst und gesteht auch anderen Menschen zu, dass Sie sich ändern können……..

 

Von ganzem Herzen und alles Liebe ♥

 

Stefanie

 

© Copyright Text 2014, Stefanie Will

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2 Kommentare zu “Ein Beispiel, wie das Leben uns zur Selbsterkenntnis führt..

  1. Liebe Ina,

    ich glaube, dass sich sehr viele Menschen ganz ähnlich verhalten und es freut mich, wenn mein Beitrag für
    Dich zum richtigen Moment kam.

    Wunderbar ist, wenn wir die Gelegenheit bekommen, einen Richtungswechsel vorzunehmen und uns als das erkennen,
    was wir tatsächlich sind. Wir sind nur solange abhängig vom Wohlwollen anderer, bis wir uns selbst gefunden
    haben und dies geschieht oft auf unsanfte Weise.

    Einen herzlichen Gruß quer über den Ammersee
    und weiterhin alles Liebe
    Stefanie

  2. Liebe Stefanie,

    es ist schon fast unheimlich wie sehr ich mich mit Deinen Zeilen identifizieren kann.
    Mein Körper fand mein „Gehabe“ sicher genauso unerträglich und schickte mir, um mich endlich wach zu rütteln, die vielen Unverträglichkeiten, die mir nun seit einigen Jahren das Leben so erschweren.
    Dein Beitrag lässt mich das Ganze noch einmal ganz klar sehen, danke dafür. Und, Gott sei Dank, fühle ich aber auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin bei dieser Erkenntnis und es mir fast täglich ein kleines bißchen besser geht. Natürlich gibt es
    auch mal wieder einen Einbruch und ich bin der Panik nahe über mein Abgemagertsein – so grad gestern Abend, aber heute fand ich die Zuversicht wieder, sogar bevor ich Deinen Eintrag fand. Du siehst, er kam genau passend.

    Ein herzliches Winke-Winke übern See von

    Ina

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