Unsere Gefühle als Wegweiser bei einer Konfliktlösung…

Der Weg zwischen Herbst und Winter

Die erste und zentrale Rolle bei einem Konflikt spielen unsere Gefühle!

Konflikte erleben wir tagtäglich überall um uns herum. Jeder von uns weiß, wie schnell wir uns in einen Konflikt verwickeln können und dieser unseren Beziehungen häufig mehr schadet, als nützt. Konflikte gestalten unsere Beziehungen oftmals schwierig, bis hin zu vollkommen ungelösten Themen zwischen den Betroffenen.

Ich kenne nur sehr wenige Menschen, die wirklich konfliktfähig sind und sich konstruktiv der Problemlösung nähern können.

Wie erkenne ich einen Konflikt? Was bedeutet es, konfliktfähig zu sein? Wie löse ich einen Konflikt? Fragen, die sich sicher jeder schon einmal gestellt hat.

Wenn wir in einem Konflikt stecken oder uns in einer belastenden Verstrickung befinden, ist es sehr oft der Fall, dass wir den ANDEREN zur Vernunft bringen wollen, ändern wollen, eines Besseren belehren oder uns wünschen, dass dieser seine aus unserer Sicht begangenen Fehler eingesteht. Wir geben uns vielleicht endlosen Diskussionen hin und befinden uns an diesem Punkt bereits in einer verfahrenen Ausgangssituation. Genau das, ist der falsche Ansatz in einer derartigen Situation.

Das Entscheidende zur Konfliktlösung ist nicht bei unserem Gegenüber etwas finden und verändern zu wollen!

Wir müssen selbst erkennen, was in uns geschehen ist und warum wir dieses Gefühl entwickelt haben. Wir dürfen erkennen, warum  der andere Mensch in uns ein Empfinden ausgelöst hat, was uns in unserem Kern trifft und verletzt.

Wichtig dabei ist, nicht mit Gegenangriff zu reagieren oder in ein wütend, aggressives Verhalten zu entgleiten. Sehr hilfreich, wenn auch zunächst schwierig, ist bei sich selbst und den eigenen Gefühlen zu bleiben. Manchmal kann es sogar förderlich sein, sich der Lage komplett zu entziehen, um im eigenen Inneren Klarheit zu schaffen, um zu einem späteren Zeitpunkt sachlich und respektvoll den eigenen Standpunkt und entstandenen Schmerz, dem Konfliktpartner vermitteln zu können.

Warum kommt es überhaupt erst zu einem Konflikt?

Der Konflikt entsteht in dem Moment, wo unser Gegenüber durch ein gewisses Verhalten oder etwas Gesagtes ein Gefühl in uns entfacht, was uns unmittelbar Unbehagen, Schmerz oder Angst bereitet. Wir können uns herabgesetzt fühlen, nicht beachtet, gedemütigt oder nicht ernst genommen. Dies sind Beispiele für die möglichen Reaktionen auf den empfundenen Angriff.

Wir fühlen uns verletzt und die meisten Menschen verwickeln sich an diesem Punkt sehr schnell in einen Streit, da jeder versucht, seinen Standpunkt zu verteidigen oder zu vertreten. Es werden Dinge gesagt, welche nichts aber auch gar nichts mit der ursprünglichen Ausgangssituation zu tun haben und auch nicht dazu beitragen, die Konfliktsituation zu bewältigen.

Wie komme ich dem Konflikt in mir auf die Spur?

Der entstandene Konflikt war zunächst nur ein Gefühl, was in einem der beiden Menschen entstanden ist. Genau an dieser Stelle müsste derjenige innehalten und seinem Gefühl Raum geben, um für sich zu erkennen, dass es SEIN Gefühl ist, welches bereits in ihm vorhanden war und ihm, wenn er ganz ehrlich ist, immer wieder begegnet. Der andere war zwar Auslöser, aber der eigentliche Konflikt existiert im eigenen Schmerz und seiner meist sehr lange zurück liegenden Ursache. Genau hier ist entscheidend, nicht zu reagieren. Sich nicht zu einer Reaktion hinreißen zu lassen.

Wenn Dir dies gelingt und Du Deinen Schmerz in seiner gesamten Ausprägung annehmen kannst, das eigene Gefühl vollständig zulässt, dann wirst Du bemerken, dass Dein Gegenüber es zwar ausgelöst hat, aber Dich nicht dermaßen angegriffen hat, wie Du es durch Dein Gefühl wahrgenommen hast.

Dein Gefühl verändert die Wahrnehmung für das tatsächlich Erlebte! Das was sich in Dir zeigt, liegt wahrscheinlich lange zurück und basiert auf einer Erinnerung.

Ganz hilfreich ist, Dich ernst zu nehmen, hinein zu spüren und genau zu identifizieren, was dieses Empfinden tatsächlich vor langer Zeit in Dir entsprechend programmiert und verursacht hat. Meist ist es jedoch genau anders herum. Viele Menschen projizieren ihre Wahrnehmung auf ihr Gegenüber und es gibt vor dem aufkommenden Konflikt kein Entkommen mehr.

Somit kann ich Euch nur ans Herz legen, wieder einmal Euer Herz mit ins Spiel zu bringen. Nur im Herzen können wir wirklich fühlen, was uns bewegt und wie es uns aktuell geht. Wer versucht mit dem Verstand eine Lösung herbeizuführen, dem wird es vielleicht je nach Sachlage und Gegenüber gelingen, aber es ist bereits vorprogrammiert, dass sich genau dieses Gefühl irgendwann wieder melden wird. Es würde somit nur zur Seite geschoben, aber nicht angenommen und ebenso nicht gelöst.

Wir können demnach alles immer nur in selbst betrachten und heilen. Es ist keine gute Lösung, die eigene Problematik nach Außen zu projizieren. So wie wir uns ändern, so ändert sich unsere Wahrnehmung und unsere Welt.

Von Herzen ♥

Stefanie

 

© Copyright Text 2015, Stefanie Will

Bildnachweis: Renschgro, „Der Weg zwischen Herbst und Winter“, CC-Lizenz (BY 2.0),

http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, Bilddatenbank www.piqs.de

 

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